Künstlerinnengespräch

Küntlerinnengespräch mit Mary Kelly, Against Method, 2013 © Generali Foundation. Foto: Dario Punales

19. November 2013, 19 Uhr (Englisch)

Mary Kelly, Künstlerin, im Gespräch mit Gertrud Sandqvist, Kuratorin

 

Wenn ein künstlerisches Werk die komplexe Beziehung sinnlicher und körperlicher Erfahrung zu einem System oder vielmehr einer strukturalistischen Matrix durchdrungen, visualisiert und kontextualisiert hat, so ist es Mary Kellys Post-Partum Document von 1974–79. Mit diesem Werk leistete die Künstlerin Pionierarbeit, indem sie die tabuisierte subjektive und körperliche Erfahrung von Geburt und Mutterschaft thematisierte und ihr durch die formale Umsetzung in einer dezidiert konzeptuellen Systematik und Ästhetik Struktur gab. Post-Partum Document war messerscharf in der Bloßlegung der Konventionen und Klischees innerhalb des Feminismus wie auch der Konzeptkunst. Kelly überschreitet die künstlerische, konzeptuelle Agenda, indem sie sich sowohl psychoanalytischer (Lacan) als auch wissenschaftlicher Methoden bedient. Durch die kritische und gleichzeitig affirmative Haltung gegenüber der Konzeptkunst manifestieren sich in Post-Partum Document I. Prototype genau jene „Risse“, Widersprüchlichkeiten und Paradoxien innerhalb der Konzeptkunst, denen Gertrud Sandqvist mit der Ausstellung Against Method nachspürt.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Vienna Art Week.